Wir

Eigentlich macht man das ja nicht als Mensch über 40. Alles abbrechen, loslassen und dann einfach losgehen. Auf eine Reise mit ungewissem Ausgang. So etwas unvernünftig Verrücktes sollte man doch an und für sich mit Ende 20 erledigt haben, oder?

Und trotzdem ziehen wir jetzt los. Zwei im Berufsleben, Gesellschaft und städtischer Kultur etablierte Menschen. Wir nehmen uns eine Auszeit. Ein Jahr, vielleicht etwas mehr oder weniger. Und gehen auf eine lange Reise, die uns am Ende einmal um die Welt geführt haben wird. Klaudia und Frank sind unterwegs.

Wir ziehen nicht los um „auszusteigen“, sondern um unserem Leben einen neuen Blickwinkel zu geben. Von außen mit etwas Abstand auf das Gewohnte zu schauen. Uns selbst und auch als Paar neu zu erleben – ohne die Annehmlichkeiten und Ablenkungen der Großstadt. Um über Perspektiven nachzudenken (auch über berufliche). Und zuallererst: Um die Welt zu sehen.

Was uns interessiert sind Länder, die man nicht in zwei Wochen Urlaub bereisen kann. Ziele, die nicht im TUI Katalog stehen. Wir sind schon recht viel gereist, waren in Amerika, Asien, Afrika und in vielen europäischen Ländern. Frank beruflich im Anzug und privat mit dem Rucksack (oder der großen Tauchtasche). Doch niemals mit wirklich Zeit, in die Länder und Kulturen so richtig einzutauchen. Wir freuen uns darauf uns jetzt diese Zeit zu nehmen.

Reisen heißt für uns, uns mit allen möglichen Verkehrsmitteln, vom Flugzeug bis zum Chickenbus zu bewegen. In Hotels, Hostels, Hütten und Campmobilen zu übernachten. Wir sind gespannt, wie es sich anfühlt, ohne festen Plan zu leben. Der Natur einmal Zeit zu geben, auf uns zu wirken.

Klar hört sich das zunächst nach einer Luxusentscheidung an. „Das könnt ihr euch leisten?“ haben wir oft gehört. Ja. Denn wir haben unsere Prioritäten neu gesetzt. Unsere Jobs sind gekuendigt, unsere Wohnung hat neue Bewohner. Von Luxusgegenständen haben wir uns verabschiedet, den Hausrat eingelagert. Auto verkauft. Zeitungsabo abbestellt. Der Weltreisestecker

Unsere Kinder sind groß und wir sind noch so jung, wagemutig und gesund, dass wir genau jetzt diesen Schritt wagen können. Aber – ganz im Vertrauen – ganz so wagemutig sind wir nicht jeden Tag. Da sind Zweifel über die Gesundheitsrisiken, über den Wiedereinstieg nach dem Jahr, über alle Arten von Schwierigkeiten und Gefahren. Und nicht zuletzt: Wie geht es uns miteinander in einem so intensiven Jahr?

Unser „Maskottchen“, der Weltreisestecker ist das Symbol für das, was wir in diesem Jahr erwarten. Wir suchen nach Anschluss, Verbindung und Kontakt mit fremden Kulturen und Menschen. Aber wir bringen natürlich unsere europäisch geprägte Sichtweise – den „Euro-Stecker“ mit, brauchen also einen Adapter, Übersetzer, Vermittler. Da hilft keine Technik, das ist das eigentliche Abenteuer.
Und darauf freuen wir uns.

Ich bin Klaudia

KlaudiaBeruflich lässt sich mein bisheriges Leben in drei Hauptetappen gliedern: Die kaufmännische, die Umwelt- und die sozialpädagogische bzw. therapeutische. Nach einer Ausbildung und einigen Jahren Arbeit im Handel war ich über 10 Jahre als Umweltpädagogin tätig. Bereits damals habe ich den leider erst heute öffentlich diskutierten Klimawandel in vielen erlebnispädagogischen Veranstaltungen als Hauptthema behandelt. Die letzten 8 Jahre war ich als Dipl.-Sozialpädagogin kurze Zeit im Arbeitsamt und dann als Drogenberaterin in einer Suchtberatungsstelle und im Gefängnis tätig. Nach meiner Psychodrama - Suchttherapeuten Zusatzausbildung habe ich im letzten Jahr in einer Drogenklinik als Bezugstherapeutin Menschen noch intensiver in ihren Veränderungsprozessen begleitet. An viele berührende Begegnungen werde ich mich immer erinnern.

Aber ich bin auch stolze Mutter von zwei großartigen Töchtern, die beide ihre eigenen Wege gehen. Und dann bin ich noch begeisterte (und begeisternde) Psychodramatikerin und spiele mit großer Lust Playback-Theater. Beide „Leidenschaften” werden mir - hoffentlich - auf unserer Reise weltweit Möglichkeiten der Begegnung geben.

Da ich in einem kleinen Dorf aufgewachsen bin und dort viele Jahre gelebt habe, ist mir die Natur sehr nahe. Viel Elan, (Muskel-) Kraft und Jahre habe ich in den Bau meines baubiologischen Holzhauses und die Anlage meines großen Naturgartens investiert. Und doch habe ich mich davon vor 6 Jahren getrennt. Inzwischen lebe ich seit 3 Jahren mitten in Frankfurt und genieße die Anonymität und das Flair der Großstadt, vermisse „mein Paradies” jedoch schon immer mal wieder.

Wie beschreiben mich wohlmeinende Freunde? Empathisch, engagiert, hartnäckig, handwerklich begabt, lebendig und offen sind Begriffe, die genannt werden. Und immer: Echt interessiert an Menschen und unterschiedlichsten Lebensweisen.

Obwohl ich mich bereits in einigen Turbulenzen und Umbrüchen üben konnte, wird diese Reise für mich die “wirkliche Herausforderung” (die ich mir bis vor Kurzem nie vorstellen konnte): Loslassen von vielen Sicherheiten, das Nomaden-Dasein ohne feste Wohnung, ein Jahr aus dem Rucksack leben, ohne wirkliche Privatsphäre und jetzt auch noch so öffentlich im Blog. Und dann noch die vielen klimaschädigenden Flüge und so eine lange Zeit nur per Skype oder gelegentlichem Telefonat mit meinen Kindern und unseren Familien verbunden.

Na gut. Packen wir es mal an! Ich habe schon mal angefangen zu packen… und freue mich jetzt schon auf Grüße, Beiträge und Kommentare “aus der Heimat”.

Ich bin Frank

Frank

Ich bin ein Frankfurter, allerdings ein Zugereister. Seit über 13 Jahren in der Stadt und heimisch geworden. Aufgewachsen bin ich auf einem Dorf und denke, das für mich notwendige Kontingent an Grün-um-mich-herum habe ich in meinen ersten 18 Lebensjahren vollständig erledigt.

Vor langer Zeit habe ich Architektur studiert, bin aber nie als Architekt tätig gewesen. Stattdessen habe ich mich viele Jahre mit Projektsteuerung, Unternehmensführung, Marketing und Accountmanagement beschäftigt, zuletzt im Management eines weltweit tätigen Ingenieurkonzerns. Wer mehr wissen will: Meine „Business-Persönlichkeit” gibt’s hier bei Xing oder LinkedIn.

Ich interessiere mich für Kommunikation - in jeder Form. Sprache, Text, Fotografie und Geräusche sind meine Medien. Schön, dass man dies alles heute im Netz und auf tragbaren Geräten gut transportieren kann. Und überhaupt: Computer kommen ganz gut mit mir klar (und ich mit ihnen).

Musik ist mir sehr wichtig, daher trage ich auf der Reise auch bestimmt 30 GB an Musikdateien mit mir herum (zum Glück wiegen die ja nix). Leider beherrsche ich kein Instrument so, dass ich es stolz vorführen würde. Aber mit einem feinen kleinen Aufnahmegerät und einem Mixprogramm kann man trotzdem interessante Sounds erstellen. Mal sehen, ob ich dafür auf der Reise Zeit finde.

Meine Herausforderung: Knapper schreiben. Kompakter kommunizieren! Schon meine Kollegen haben sich oft über meine zu ausführlichen und blumigen Texte beschwert.

Daher: genug über mich. Alles Weitere im Blog.

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