In den Dörfern um Bajawa

Montag, August 17th, 2009

Das Dorf BenaNach Flores sind wir gefahren weil wir von diesen unglaublich schönen Landschaften, tollen Vulkanen und den herrlichen Wasserwelten gehört hatten. Wir hatten auch gelesen, dass hier die besten Ikat-Webarbeiten herstellt werden. In Kauf nehmen muss man allerdings die wohl schlechtesten und kurvigsten Straßen Indonesiens, die von den wagemutigsten Busfahrern des Landes befahren werden. Nicht erwartet hatten wir das noch sehr ursprüngliche Leben in den Dörfern im Inland und die Lebendigkeit ihrer Jahrhunderte alten Traditionen.

Bevor wir nach Indonesien gefahren sind, dachten wir ja noch, dies sei ein rein muslimisches Land. Klaudia und ClaudiaDoch haben wir hier eine solche Vielfalt vorgefunden – Protestanten in Papua, Hindus auf Bali, alle Arten animistischen Glaubens überall im Hinterland – dass wir uns über die „katholische Insel“ Flores nicht mehr wunderten. Trotz allen Katholizismus haben sich hier jedoch die alten Traditionen der Ngada-Leute in erstaunlicher Weise gehalten – wahrscheinlich ohne dass Rom davon weiß. Auf unserer Reise haben wir an zwei aufeinander folgenden Tagen miterlebt, wie man dort noch heute für die Geister der Vorfahren Häuschen baut.

FranziscusDie traditionellen Dörfer Bela, Bena und Nage (in der Nähe der Stadt Bajawa) haben wir besucht und wurden überall herzlich und an einem Gespräch interessiert begrüßt. Wir konnten mit Gestik, Mimik und unseren wenigen indonesischen Worten Namen austauschen, über unsere Herkunft und unser Befinden „sprechen“. Stolz wurden uns dabei unsere Namensvettern Claudia und Franziskus vorgestellt.

Das Dorf BelaBereits in den ersten Dörfern fielen uns die seltsamen Stelzenhäuschen und Sonnenschirmkonstruktionen auf, die mitten auf den Dorfplätzen aufgestellt waren. Schnitzen des PfahlesErst im dritten Dorf, Bela, wurde uns so langsam klar (und mit Händen und Füßen erklärt), dass es sich hier um Relikte des alten Ahnenglaubens handelt, der neben dem Katholizismus noch immer praktiziert wird. In den kleinen Häuschen (die Bhaga genannt werden) wohnen die weiblichen Vorfahren, unter den Sonnenschirmen (Ngadhu) relaxen die männlichen Geister. Und in Bela wurden wir Zeugen vom Neubau eines Ngadhu, an dem das ganze Dorf beteiligt war. Bena Bewohner und GastAlle Männer des Dorfes schienen an den Schnitzereien zu arbeiten, Musik zu machen oder zumindest fachkundig zu beraten. Die Frauen kümmerten sich derweil um die kulinarische Versorgung, zu welcher auch wir zur Mittagspause eingeladen wurden. Es gab für jeden eine Schaufel voll Reis und wer mochte bekam drei Brocken Schweinefleisch und ein Glas Palmwein dazu (das hätte es in einem muslimischen Dorf sicher nicht gegeben).

So gastfreundlich sind die Leute hier, so in sich ruhend und zufrieden erscheinen sie uns. Wir waren ganz beseelt am Abend. Schon gut, dass Bajawa und die Dörfer weit weg von Rom sind…

1 Kommentar bis jetzt »

  1. 1

    Demianus sagte,

    30. August 2010 @ 13:52

    Wow..very nice pictures>Where the these pictures are from? Flores? or NTB,Indonesia.

    I like them and nice place also, I hope one day i come to vist these area,hehe

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